Montag, September 21, 2009

[Lesen] Der Herr der Fliegen - William Golding



Erster Satz: Der blondhaarige Junge glitt das letzte Stück Felsen hinab und begann, sich zur Lagune durchzuarbeiten.

Eine Gruppe Schuljungen finden sich nach einem Flugzeugabstürz auf einer verlassenen Insel wieder. Nach der anfänglichen Begeisterung so ganz ohne Erwachsene auf einer einsamen Insel zu sein, holt sie schnell der Alltag ein. Hütten bauen, jagen gehen und vor allem das Feuer am Brenne halten ist dann doch wirklich Arbeit. Schnell baut sich eine Hierarchie auf, die allerdings sehr bröckig ist. Ohne Authorität verändern sich die Jungs, und es dauert nicht lange bis das erste Unglück geschiet.

Der Herr der Fliegen ist wohl ein ganz typisches Schulbuch. Ich habs nie in der Schule gelesen, und das ist vermutlich auch gut so... Bücher die man lesen muss, liest man eben doch irgendwie anders als Bücher, die man lesen will. Ich mag Bücher die in einem exotischem Setting spielen, und da ist mir dann schließlich doch noch dieser Klassiker in die Hände gefallen.

Man merkt dem Buch an, dass es zum einen eher für eine junge Leserschaft geschrieben wurde, und zum anderen auch schon ein paar Jahre auf dem Rücken hat. Viele der Dinge die man liest, hat man schonmal in ähnlicher Form hier und da gelesen oder gesehen. Das kann man dem Buch nun wirklich nicht vorhalten, da es wohl auf viele andere Werke einen großen Einfluß hatte; trotzdem nimmt es dem Buch ein bißchen die Frische.

Aber erstmal genug gemeckert. Gerade für die Schule ist das Lied eigentlich echt ideal... die Ausgangssituation ist für viele junge Teenager wohl erstmal sehr verlockend, und so richtig schlecht hat er die jungen Charaktere auch nicht beschrieben. Das Buch nimmt im Verlauf der Geschichte immer mehr an Fahrt auf, und schafft es auch überraschend einfach die Veränderung glaubwürdig zu schildern.

Fazit: Ein nettes Buch, schön geschrieben, leider schon etwas angestaubt.

6 von 10

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[Lesen] Verblendung - Stieg Larsson



Erster Satz: Der Prozess war unbestreitbar vorüber, und alles, was es zu sagen gab, war bereits gesagt worden.

Ein Mädchen verschwindet spurlos auf der Feier einer äußerst erfolgreichen Großfamilie. Da die Halbinsel zum Tatzeitpunkt von der Aussenwelt abgeschnitten war, muss einer von der Familie, oder einer der Angestellten etwas mit dem Verschwinden zu tun haben. Doch die Polizei findet nichts. Trotzdem bekommt das Familienoberhaupt jedes Jahr zum Geburtstag eine gepresste Blume, genau wie er sie von seinem Enkel davor bekommen hatte. Kurz vor dem Ende seines Lebens will Hendrik Vagner noch einen letzten Versuch unternehmen, herauszufinden was passiert ist. Er engagiert den investigativen Journalisten Mikael Blomkvist um die ganze Sache noch einmal unter die Lupe zu nehmen.

Zuerst einmal will ich nochmal deutlich machen, dass es schon etwa einen Monat her ist, seit ich das Buch gelesen habe. Ich hatte in letzter Zeit einiges zu tun und hab das Bloggen etwas vor mich hergeschoben.

Jetzt aber zum Buch: der Hype der Millenium Trilogie verfolgt einen ja überall, negative Stimmen gibt es fast keine. Ich bin kein besonders großer Krimifan, aber das hat mich dann doch neugierig gemacht. Und auch wenn ich den ganz großen Hype nicht nachvollziehen kann, hat es sich doch gelohnt.

Eigentlich macht Stieg Larsson wenig wirklich spekatkuläres. Im Grunde ist das Buch ein ganz normaler, aber zugegegbenermaßen wirklich gutgeschriebener Krimi. Weder ist er aussergewöhnlich intelligent noch ist die Auflösung wirklich überraschend. Die größte Stärke des Buches sind aber ganz klar die Charaktere, und an erster Stelle Lisbeth Salander. Ich würde fast soweit gehen und sagen, dass ein Großteil des Hypes an dieser Figur festzumachen ist. Lisbeth ist ein sehr ungewöhnlicher, sehr schräger aber gleichzeitig trotzdem auch sehr glaubwürdiger Charakter. Wenn ich es richtig verstanden hab, dreht sich das 2. Buch fast ausschließlich darum, wie sie zu diesem Menschen geworden ist... und genau das ist auch wirklich eine sehr interessante Frage.

Abgesehen von den Charakteren bleibt eine wirklich gute Geschichte, die toll zu lesen ist. Auch ich als nicht Krimifan bin nur so durch die Seiten geflogen. Ein bißchen schade finde ich, dass die Geschichte doch ziemlich abgeschlossen scheint... für eine Trilogie hätte ich mir mehr offene Fragen gewünscht. Aber immerhin wurde hier die Geschichte auch schön zu Ende erzählt, und wird dabei nie wirklich unglaubwürdig.

Die nächsten beiden Teile liegen schon hier und werden auch bald gelesen. Es ist jetzt nicht so, dass ich es kaum erwarten könnte sie zu lesen, aber ich freu mich schon ein bißchen drauf.

Fazit: Toll geschriebener Krimi mit faszinierenden Charakteren. Für meinen Geschmack fehlte etwas die Spannung... aber ich denke kein Krimifan macht etwas falsch mit dem Buch.

8 von 10

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Samstag, August 22, 2009

[Lesen] Frühstück bei Tiffany - Truman Capote



Erster Satz: Es zieht mich stehts dorthin zurück, wo ich einmal gelebt habe, zu den Häusern, der Gegend.


Holly Golightly ist eine sonderbare Frau. Männer sind von ihr fasziniert, sie weiß nicht so recht wer sie selbst ist, und wohin sie will. Nicht umsonst steht an ihrem Briefkasten: Holly Golightly - Auf Reisen. Dazu hat sie eine Katze, der sie keinen Namen gegeben hat, da die Katze, genau wie sie, niemanden gehört, und sie einfach nur diesen Teil des Lebens miteinander teilen. Das Buch wird in einer Rückblende erzählt, in den Erinnerungen des Ich-Erzählers - ein bisher unerfolgreicher Autor (der vermutlich an Truman Capote selbst angelegt ist). Er ist ihr Freund... nicht romantischer Natur.

Es ist ein kurzes Buch, nichtmals 90 Seiten. Einen richtigen Spannungsbogen hat es auch nicht, und man weiß nicht so recht, in welche Richtung es denn gehen will. Hier gibt es mal keine Liebesaffäre zwischen den Protagonisten. Insgesamt ist das Buch einigermaßen "trostlos" ohne das selbst zu wissen. Holly ist ein faszinierender Charakter, und gleichzeitig ein sehr trauriger Charakter. Lange Zeit deutet das Buch es nur vage an, dass sie eine Prostituierte ist.

Und irgendwie schafft Capote es, dass am Ende doch alles passt. Es ist (zumindest für mich) ein ungewöhnliches Buch. Das auf das vermutlich einzig mögliche Ende hinausläuft. Und trotzdem schafft Capote es, mit der Katze (die wohl im übertragenen Sinne für Holly selbst steht) einem das traurige Ende doch noch zu versüßen.

Fazit: All the Boys love Holly Golightly könnte das Buch auch heissen. Am Anfang fand ich das Buch noch etwas zäh, mit der Zeit wurde auch ich von Holly gefangen genommen. Es ist ein kurzes Buch, und das ist auch gut so, aber die Zeit wurde ich gut, und intelligent unterhalten.

7 von 10

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[Lesen] Unser allerbestes Jahr - David Gilmour



Erster Satz: Als ich neulich an einer roten Ampel halten musste, sah ich meinen Sohn aus dem Kino kommen.


Jesse hat überhaupt keine Lust mehr auf die Schule, kommt nicht richtig zurecht und wird immer frustrierter. Sein Vater David bekommt das mit und entschließt sich seinem Sohn einen ungewöhnlichen Handel vorzuschlagen: er darf die Schule schmeißen, wenn er dafür jede Woche mit ihm drei vom Vater ausgewählte Film guckt (und keine Drogen nimmt).

Das Thema fand ich faszinierend, noch dazu ist es eine wahre Geschichte. Als Filmfan hab ich mich auf viele interessante Filmgespräche gefreut, und als Buchfan auf eine interessante Geschichte, wie so ein Experiment wohl funktioniert. Beides hab ich nicht so wirklich bekommen.

Filme nehmen eigentlich sogar einen relativ kleinen Teil des Buches ein. Nur wenige werden mit mehr als einem Satz gewürdigt, und dann bleibt es auch meistens sehr oberflächlich. Trotzdem gab es ein paar interessante Gedanken in dem Buch. Allerdings macht Gilmour auch relativ schnell klar, dass er seinen Sohn nicht mit den Filmen "erziehen" will, sondern dass die Filme nur eine Möglichkeit für ihn sind, Zeit mit ihm zu verbringen. Hier hätte ich mir also mehr erhofft...

Als Geschichte ists leider ziemlich belanglos. Es ist eben eine relativ typische Geschichte eines Teenagers, aus der "distanzierten" Sich seines Vaters. Damit bleibt auch hier alles relativ oberflächlich, und selten wirds wirklich interessant. Meistens gehts um das Liebesleben von Jesse, und so richtig spektakulär ist das dann auch nicht.

So bleibt eine gute Idee, die leider relativ oberflächlich und teils auch belanglos umgesetzt wurde. Hier zollt der Autor wohl seiner "wahren" Geschichte Tribut, die für die beteiligten vielleicht groß war, für Unbeteiligte aber eher relativ gewöhnlich.

Fazit: Kurzes Buch für Zwischendurch, leider trotz interessanter Ausgangssituation relativ unspektakulär und belanglos.

3 von 10

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Freitag, August 14, 2009

[Lesen] Der Name des Windes - Patrick Rothfuss



Erste Sätze: Es war wieder Abend geworden. Das Wirtshaus zum WEGSTEIN lag in Stille, und es war eine dreistimmige Stille.


Der Name des Windes ist die Geschichte von Kvothe. Als Besitzer eines Wirtshaus wird nur angedeutet, dass er wohl einmal einer der größten Helden dieser Welt war, und sich nun in diesem Wirtshaus davor versteckt. Da kommt ein Chronist vorbei, der seine Geschichte niederschreiben will. Es ist die Geschichte des jungen Kvothe, einem Wunderkind einer reisenden Künstlertruppe. Der sich jahrelang als Straßenjunge herumschlagen muss, und um zu überleben betteln und klauen muss. Der es unbedingt an die Universität schaffen will, um seine vielen Fragen zu beantwortetn. Und die Geschichte davon, wie er eine Frau kennen lernt.

Ich bin kein Fantasyfan. Ich hab Herr der Ringe gelesen und irgendwann im zweiten Band aufgehört. Trotzdem hatte ich Lust auf Fantasy... ich weiß nicht wieso. Eigentlich wollte ich ein episches Werk lesen. Trotzdem bin ich zum Namen des Windes gekommen, obwohl das Buch eigentlich nur der Anfang der Geschichte eines Einzelnen ist. Zum einen wurde mir das Buch im Literaturschockforum empfohlen, zum anderen hat mir das überschwängliche Lob von Druckfrisch Moderator Denis Scheck imponiert. Und es war kein Fehler die teuren 25 Euro für das Buch zu bezahlen.

Es hat eine Weile gedauert, bis mich das Buch in seinen Bann gezogen hat. Gerade der Anfang mit dem alten Kvothe (alt ist gut, da ist er auch erst um die 30) ist zwar bereits toll erzählt, aber doch etwas schwergängig. Aber sobald er mit seiner Geschichte anfängt, fesselt das Buch einen immer mehr! Wie gesagt, ich bin kein Fantasyfan. Umso mehr hat es mich gefreut, dass das Buch eine relativ "realistische" oder vielleicht besser glaubwürdige Welt beschreibt. Es gibt zwar Magie, aber die wird sogar einigermaßen "physikalisch" erklärt. Es gibt zwar mysthische Kreaturen, trotzdem laufen einem in der Regel nur Menschen über den Weg, Elfen, Zwerge etc. gibts hier soweit ich weiß nicht. Der Wert des Geldes kam mir etwas willkürlich vor, aber vielleicht waren damals einfach wirklich best. Dinge deutlich mehr Wert als andere (Kost und Logie, sowie die Studiengebühren kamen mir sehr günstig vor, gerade im Vergleich zu den Instrumenten).

Die Geschichte an sich ist eigentlich weder sonderlich spannend, noch irgendwann besonders überraschend. Trotzdem ist sie einfach wunderschön erzählt (ohne dabei ins Kitschige oder unnötig poetische abzudriften), und hat tolle, glaubwürdige Charaktere. Man könnte befürchten, dass das Buch etwas in die Richtung Harry Potter abdriftet, besonders da es auch um junge Menschen geht, die an einer Universität unter anderem die Zauberei studieren. Allerdings ist das Buch deutlich erwachsener, sowohl von der Sprache, wie auch von den Charakteren und den Handlungen. Es ist deutlich weniger "Märchenhaft"...

Zuviel weiteres möchte ich eigentlich auch nicht verraten. Ich möchte nur es jedem, der nicht sofort Reissaus nimmt wenn er Fantasy hört, dringend ans Herz legen, diesem Buch eine Chance zu nehmen. Es ist nicht nur ein herausragendes Fantasybuch, es ist auch einfach ein herausragendes Buch!

Fazit:

9 von 10

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[Lesen] The Stand - Stephen King



Erste Sätze: "Sally." Ein Grummeln. "Wach jetzt auf Sally." Ein lautes Grummeln: Laß mich schlafen. Er schüttelte sie heftiger. "Wach auf. Du mußt aufwachen!" Charlie. Charlies Stimme. Er rief nach ihr. Wie lange schon?"


Eine Supergrippe, Captain Trips genannt, fegt über das Land und tötet innerhalb kürzester Zeit fast die gesamte Population. Nur eine kleine Anzahl von Menschen scheint gegen die Grippe immun zu sein. In einer toten Welt sind die meisten ziellos, reisen herum ohne ein Ziel. Dann kommen die Träume. Träume von einer alten schwarzen Frau in einem Maisfeld, und Träume von einem dunklen Mann. Manche Leute folgen dem Traum zu der alten Frau, andere folgen dem dunklen Mann. Zwei neue Zivilisationen entstehen, doch das letzte Gefecht zwischen Gut und Böse scheint unausweichlich.

Das war jetzt mal knapp zusammengefasst, um was es auf den 1200 Seiten geht. Es ist die Geschichte von den verschiedenen Menschen, die versuchen in einer leeren, toten Welt wieder ein Ziel zu finden. Meiner Meinung nach ist Kings größte Stärke als Geschichtenerzähler gute Charaktere zu entwickeln! Und das gelingt in The Stand fabulös. Man übersteht die 1200 Seiten nur, ja sie vergehen sogar wie im Flug, weil einem Franny, Stu, Larry und Co. wirklich ans Herz wachsen. Außerdem steckt er diese Charaktere in eine äußerst interessante Situation, die gerade heute ja eine gewisse Aktualität hat (relativ am Anfang wird die Supergrippe sogar mal mit der Schweinegrippe verglichen... allerdings soll die Supergrippe längst nicht so gefährlich sein).

Es gibt allerdings eine Sache, die manche Leute vielleicht abschrecken könnte: King operiert hier mit vielen christlichen Elementen. Nicht zuletzt geht es um den letzten Kampf zwischen Gut und Böse. Ich selbst bin nicht wirklich christlich (das klingt irgendwie seltsam...) und mich hats nicht gestört.

Ich habe gerade vor ein paar Monaten Stephen Kings autobiographisches On Writing gelesen, in dem er auch über The Stand schreibt. Er schreibt, dass die Geschichte an einer Stelle gehakt hatte, und einfach nicht sinnvoll voran gehen wollte. Dass sich einfach wieder die alte Normalität einstellen wollte. Und man merkt das dem Buch durchaus an. Stephen King hatte am Anfang wohl die Ausgangssituation und die Charaktere im Kopf, vielleicht noch einen groben Handlungsbogen den er entlang gehen wollte. Ansonsten lässt er die Charaktere einfach das machen, was in dem Moment sinnvoll erscheint, und lässt die Geschichte sich so fast selbst schreiben. Deshalb ist es am Ende auch nicht so, dass alles was irgendwann mal passiert ist einen größeren Sinn ergibt. Das Buch ist nicht von vorne bis hinten durchkonzipiert sondern entwickelt sich "natürlich". Ich fand das sehr erfrischend und trotzdem sehr packend.

A pros pos packend, ich hab es nicht gelesen sondern gehört. Es hat mich jetzt über 70 Stunden begleitet, und begleitet ist auch genau das richtige Wort. Man ist drinnen in der Welt, man ist den Charakteren sehr nahe und fühlt sich wohl. Das vermisse ich jetzt, da das Buch fertig ist. Wie bei kaum einem anderen Buch fühlt man sich in die Welt gezogen.

Das Ende ist wenig überraschend und logisch, manche könnten es aber ein wenig unspektakulär finden. "Das Letzte Gefecht" verdient diesen Namen eben nicht wirklich. Ich hab ein wenig das Gefühl, dass King hier ein bißchen die Luft ausgegangen ist, denn nicht alles macht für mich wirklich Sinn. Trotzdem passt es eigentlich sehr gut zur Geschichte.

Alles in allem bin ich froh diese 70+ Stunden teil dieser Welt und dieser Geschichte gewesen zu sein. Ich kann sehr gut verstehen, warum für viele Fans dieses Buch als das ultimative King Buch ansehen... für mich geht das dann doch eher an die dunkle Turm Reihe, dennoch ein herausragendes Buch! Demnächst werde ich mir die Miniserie nochmal ansehen, die hab ich zuletzt vor geschätzten 15 Jahren gesehen.

Fazit: Ein Mammutwerkt dass sich in seinen Bann zieht. Tolle Charaktere und eine wunderbar beschriebene Welt, dazu eine tolle Geschichte. Wer sich auf diese Reise einlässt wird am Ende auch belohnt.

9 von 10

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Donnerstag, August 06, 2009

[Lesen] Shutter Island - Dennis Lehane



Erster Satz: Seit vielen Jahren habe ich die Insel nicht mehr gesehen.

Die Shutter Island ist eine kleine Insel vor Boston, auf der sich eine psychiatrische Anstalt für die aller gefährlichsten Geisteskranken befindet. US Marshalls Teddy Daniels und sein Partner Chuck Aule kommen auf die Insel, um das mysteriöse Verschwinden einer Patientin zu untersuchen. Sehr schnell merken sie, dass etwas auf der Insel nicht stimmt und dass sie niemanden trauen können. Und so finden sie sich in diesem Katz- und Mausspiel sehr schnell als Maus wieder.

Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil einer meiner Lieblingsregisseure (Martin Scorsese) es gerade verfilmt. Der Autor hat übrigens auch schon die Vorlage für Mystic River und Gone Baby Gone geschrieben.

Für mich fing das Buch etwas langsam an. Aber spätestens wenn die Geschichte mit ihren ersten fiesen Twists anfängt entwickelt das Buch eine gewisse Sogwirkung. Man merkt richtig wie sich das Netz um die Protagonisten langsam zuschnürrt und Realität und Imagination zu verschmelzen drohen.

Ich möchte jetzt nicht zu viel verraten, wie es z.B. im Trailer zum Film passiert. Ich kann aber so viel sagen, dass ich den Twist nach etwa der Hälfte des Buches mir schon gedacht habe. Liegt vielleicht daran dass ich schon viele ähnliche Filme gesehen und Bücher gelesen habe, oder daran, dass er einfach auch logisch ist. Trotzdem schafft es das Buch, nur wenig an Faszination zu verlieren. Es ist eben von der Überraschung nicht unbedingt abhängig, wie so manch anderes Werk, sondern es erzählt trotzdem noch seine Geschichte spannend und interessant zu Ende.

Das Ende inkl. Twist ist relativ konventionell... noch beim Lesen hätte ich es mir etwas "offener" gewünscht. Ich hätte da auch noch einen guten Tipp für den Autor ;-).

Fazit: Shutter Island ist ein packendes Buch mit interessanter Geschichte. Handwerklich hochwertig, trotzdem relativ konventionell. Bin auf den Film gespannt, wenn man dem Trailer glauben kann scheint das ne ziemliche 1 zu 1 Umsetzung zu werden.

7 von 10


Trailer zum Film (Vorsicht, verrät schon sehr viel):

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Montag, August 03, 2009

[Lesen] Die Straße - Cormac McCarthy



Erster Satz:
Wenn er im Dunkel und in der Kälte der Nacht im Wald erwachte, streckte er den Arm aus, um das Kind zu berühren, das neben ihm schlief.

In einer postapokalyptischen Welt durchquert ein Mann mit seinem Sohn Amerika, um an die Küste zu kommen.

Das reicht eigentlich schon um den Inhalt des Buches zusammenzufassen... man könnte noch hinzufügen, dass die Welt ziemlich leer ist, das Essen knapp und die Unterkünfte rar gesäht. Man könnte auch noch hinzufügen dass es noch wenige andere Menschen gibt, die den beiden in der Regel aber nicht wohl gesonnen sind. Trotzdem reicht dieser eine Satz eigentlich schon ziemlich genau aus, um das Buch zu beschreiben.

Das Buch ist trostlos, karg und kommt ohne viel Handlung oder Charakterisierungen aus. Wir kennen keine Namen, wir wissen nicht was die Beiden am Ziel erwartet, was passiert ist, eigentlich wissen wir fast gar nichts. Schon gar nicht wofür es sich in dieser Welt noch zu leben lohnt. Fragt sich, warum es sich lohnt das Buch zu lesen?

Für mich lohnt sich das durchaus: das Szenario fasziniert mich, die Schreibstil ist gekonnt und in der ganzen Leere lässt es sich auch durchaus gut über alles einmal nachdenken. Für mich war das Buch zwar nicht so genial, wie viele andere es finden, aber ich würde es durchaus weiter empfehlen.

Fazit: Trostlose Leere genial erzählt ;-)

7 von 10

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[Lesen] Amokjagd - Jack Ketchum



Erster Satz:
Der Sommer war noch jung.

Nachdem ein Mann jahrelang seine Frau misshandelt und bedroht hat, bringt diese ihn nach langer Planung mit ihrem neuen Freund zusammen um. So gut geplant dass es schon fast das perfekte Verbrechen wäre, aber leider haben sie einen Zuschauer. Und das ist ausgerechnet Wayne. Wayne fantasiert selbst schon lange darüber, wie es wohl so ist jemanden umzubringen. Also sucht er das Pärchen auf, um sich mit den Beiden mal über das Töten auszutauschen...

Von Ketchum habe ich bisher Evil, Blutrot und Beutezeit gelesen und war vor allem von den ersten beiden begeistert. Leider fällt Amokjagd dann doch ziemlich ab. Im Vergleich zu den anderen Büchern bleiben die Charaktere ziemlich dünn, und die Geschichte hat mich auch nie wirklich mitgerissen. Die Grundidee ist nicht schlecht, daraus macht Ketchum allerdings zu wenig... Schade, eigentlich einer meiner liebsten Schriftsteller zur Zeit!

Fazit: Ketchum hat immer noch eine gute Schreibe, aber hier bleibt alles doch zu oberflächlich und belanglos.

3 von 10

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[Lesen] Miami Blues - Charles Willeford



Erster Satz: Frederick J. Frenger jun., ein unbekümmerter Psychopath aus Kalifornien, bat die Stewardeß in der ersten Klasse um ein weiteres Glas Champagner und Schreibzeug.

Die Geschichte kommt ins Rollen, als Psychopath und Berufsverbrecher Freddy am Flughafen einem Hare Krishna einen Finger bricht, und der daran stirbt. Es ist die Geschichte von eben jenem Freddy der eine platonische Ehe mit einer Prostituierten eingeht, und der von dem Polizisten Moseley, der hinter den beiden her ist.

Liest sich ein bißchen wie ein Tarantino Film, und soweit ich gelesen hab ist Tarantino auch ein großer Willeford Fan. Eine sehr schnörkellose und flotte Geschichte mit guten Charakteren und bizarren Situationen. Dazu gefällt mir die sehr trockene Erzählweise wirklich gut. Trotzdem hab ich mich am Ende ein wenig gefragt, was denn jetzt an der Geschichte so toll gewesen sein soll.

Fazit: Ein Buch voll mit seinen bizarren Situationen, seinen guten Charakteren und seiner trockenen Sprache punkten kann. Die Story war für mich etwas beliebig...

6 von 10

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[Lesen] Koma - Alex Garland



Erster Satz:
Bis das Telefon klingelte, war das einzige Geräusch in meinem Büro das Kratzen meines Füllers, mit dem ich Papier abzeichnete und Randnotizen, Korrekturen und Ergänzungen einfügte.

Eines Nachts will Carl einer jungen Dame in der U-Bahn helfen, die von ein paar Jugendlichen angepöbelt wird. Keine gute Idee wie sich herausstellt, denn die Jugendlichen verprügeln Carl daraufhin so übel, dass er ins Koma fällt. Das Koma erlebt er als eine Art luziden Traum, indem er etwas finden will, dass ihn dazu bringt aufzuwachen.

Ich hab das Buch recht günstig als Mängelexemplar bekommen, und dann einfach mitgenommen. Es ist ja sehr dünn, dazu noch mit vielen (sehr gelungenen) Bildern. Man merkt relativ schnell, dass hier eine Idee im Vordergrund stand, die eigentlich auch für eine Kurzgeschichte gereicht hätte, und aus der er dann ein Buch macht. Nun gut, die Idee ist ja auch durchaus interessant, und auch sprachlich ist es nett zu lesen, aber am Ende bleibt es eben doch einfach nur ein kleiner Lückenfüller. Ach ja, das Ende fand ich gemein, da es mir dann doch nicht so klar war...

Fazit: Nett

5 von 10

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[Lesen] In eisigen Höhen - Das Drama am Mount Everest - Jon Krakauer



Erster Satz: Ich stand auf dem höchsten Punkt der Erde, den einen Fuß in Tibet, den anderen in Nepal, und befreite meine Sauerstoffmaske vom Eis.

1996 erhält Journalist Jon Krakauer den Auftrag einen Bericht über die Kommerzialisierung des Mount Everest zu verfassen. Sehr schnell packt den ehemaligen Hobbybergsteiger allerdings das Gipfelfieber und er will den höchsten Berg der Welt unbedingt besteigen. Neben kleineren Problemen bei der Akklimatisierung an die Höhe und ähnlichem scheint der Ausflug auch relativ reibungslos zu klappen, bis ein Gewitter aufzieht.

Bei dieser Gipfelbesteigung sind 12 Menschen gestorben. Das Buch von Jon Krakauer gibt die Geschehnisse aus seiner Sicht wieder. Das stößt bei einigen anderen Gipfelstürmern auf Kritik, die sich in diesem Buch unfair behandelt fühlten. Letztlich muss man das Buch als das nehmen, was es ist, und das ist eben ein persönlicher Erfahrungsbericht. Krakauer selbst macht sehr deutlich, dass ab einer bestimmten Höhe die geistigen Fähigkeiten deutlich nachlassen, und so musste auch er verschiedene Situationen im Nachhinein noch einmal verändern.

Das Buch hat mich gepackt wie selten eines zuvor. Es ist erfrischend klar und "einfach" geschrieben... das ist jetzt alles andere als negativ gemeint. Er schafft es ein sehr flüssig zu lesendes Buch zu schreiben, das zugleich sehr interessant und richtig spannend ist. Dazu schafft er es einem des miserable Gefühl zu vermitteln das man wohl haben muss, wenn man in 7000 Meter Höhe in einem Eissturm bei -75C festsitzt und dabei keinen Meter mehr weit sehen kann. Und so hat mir das Buch am Ende auch ein richtig beklemmendes Gefühl gegeben. Ich hab mir nach dem Buch auf jeden Fall schon vorgenommen mich näher mit dem Thema zu beschäftigen, und habe mir diese Dokumentationsreihe besorgt.



Fazit: Ein interessantes, spannendes und toll zu lesendes Buch. Für Leute die das Thema Bergsteigen/Everest/Extremsituationen interessiert sicherlich ein Muss, aber auch für andere durchaus einen Blick Wert.

9 von 10

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Sonntag, Januar 14, 2007

[Lesen] Cell - Stephen Kings Tribut an "I am Legend" und George Romero



Erster Satz: The event that came to be known as The Pulse began at 3:03 p.m., eastern standard time, on the afternoon of October 1.

Handys sind aus unserem Leben nichtmehr wegzudenken... da kann man es sich kaum vorstellen dass ein Mann wie Stephen King noch keines hat. Nach diesem Buch könnte das einem etwas verständlicher werden.

Leider ist es auch schon eine Weile her wo ich das Buch gelesen habe, deswegen habe ich keine ganz detallierten Erinnerungen mehr daran. Da es aber genau meinen Geschmack getroffen hat wollte ich noch etwas dazu schreiben.

In dem Buch geht es um ein Signal, welches zu einer best. Zeit über alle Handys übertragen wird. Jeder der diesem Signal ausgeliefert ist wird zu einer Art Zombie, der alles um sich herum angreift. Clayton ist einer der wenigen, der kein Handy besitzt und deshalb nicht zu einem sogenannten Phonie wird. Zusammen mit einem kleinen Mädchen und einem Mann den er trifft, machen sie sich auf aus der Stadt zu kommen und zu seiner Familie...

Ein bißchen Night of the Living Dead, ein bißchen geht die Welt unter, dazu Stephen Kings tolle Art Charaktere, v.a. Kinder, zu zeichnen und eine gut erzählte Geschichte, ohne zuviel über die Hintergründe zu verraten. Das ist zwar ein eher ungewöhnliches Stephen King Buch, zumindest verglichen mit seinen letzten Büchern, dennoch eines seiner effektivsten. Jedenfalls meinen Geschmack hat die Atmosphäre des Buchs total getroffen, und ich freue mich auch schon auf den Film des oft sehr kontrovers diskutierten Eli Roth. Ich bin davon überzeugt dass er weiss was er will, und das dann auch so umsetzt, nur gefällt es dann irgendwie den meisten nicht! Scheiß drauf, ich finds gut und tiefgründiger als die meisten glauben mögen...

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