Sonntag, August 30, 2009

[FFF] Thirst



Thirst
von Chan-Wook Park
mit Kang-ho Song, Ok-vin Kim

Der Priester Sang-hyun ist unzufrieden, dass er totkranken Menschen nicht mehr helfen kann. Er willigt ein bei einem medizinischen Experiment zu einer tödlichen Krankheit miztumachen. Dabei stirbt er... doch bleibt nicht tot. Als Vampir plagen den Geistlichen Gewissensbisse. Der sonst so fromme Sang-hyun schafft es plötzlich nichtmehr seinen Gelüsten zu widerstehen und verliebt sich in die chronisch mit ihrem Leben unzufriedene Tae-ju.

Puh, was war denn das? Ich habe eigentlich ein hochklassiges Drama erwartet. Ich würde Thirst am ehesten als rabenschwarze Komödie mit einigen dramatischen Elementen beschreiben. Dabei ist der Film wirklich teilweise zum brüllen komisch, dann wieder einfach extrem skuril. Ob jetzt bei den tollen Bildern, der wunderschönen Musik oder auch den guten Dialogen, überall merkt man sofort die Handschrift des Regisseurs.

Trotzdem bin ich etwas enttäuscht. Thirst war der Film, auf den ich mich am meisten gefreut habe. Was mich wohl am meisten gestört hat waren die Charaktere... zum einen sind die schon relativ stereotyp (wenn auch deshalb nicht langweilig), zum anderen kann ich einige von ihren Handlungen eben absolut nicht nachvollziehen. Das liegt zum einen wohl an der koreanischen Kultur (obwohl ich mit den anderen Filmen des Regisseurs, oder insgesamt anderen koreanischen Filmen nicht so die Probleme habe). Zum anderen finde ich dass einiges eben nicht so wirklich in den Kontext des Films passt. Vor allem Tae-ju ist so extrem sprunghaft und "seltsam", dass sie eigentlich nicht in ein Drama passt. Genausowenig ihr Mann, der ja von vornerein eine Karikatur seiner selbst zu sein scheint.

Dazu kommt die doch etwas andere Erzählweise, die für mich doch zu einigen Längen geführt hat.

Jetzt aber genug gemotzt. Eigentlich hat mir Thirst ja auch trotz allem gut gefallen. Wie gesagt, ich habe eben etwas anderes erwartet, bei der nächsten Sitzung könnte ich mich vielleicht doch viel wohlwollender äußern. Jedenfalls hat der Film immer noch eine tolle Bildästhetik, integriert wieder wunderbar klassische Musik und hat auch eine gewisse Poetik. Wie schon gesagt waren wirklich einige Szenen extrem witzig (v.a. der "Selbstmorddialog"), ander herrlich skuril und dann wieder einfach wunderschön.

Fazit: Für mich bisher einer der schlechteren Filme des Regisseurs. Dennoch ein wirklich außergewöhnlicher Film, den ich unbedingt noch ein zweites Mal sehen muss. Eine wunderschön gemachte rabenschwarte Komödie, mit einigen dramatischen Elementen und für mich leider auch einige unpassende Passagen.

7 von 10

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2 Comments:

Anonymous Gilfaen said...

Eine Frage - Schaust du dir auch "Blood: The last Vampire" an?

Ich kenne zwar nicht die Filmvorlage dafür, sondern nur die Anime-Serie dazu - "Blood+" - und war davon sehr beeindruckt. Mich interessiert der Film, allerdings setzt der Film wohl andere Prioritäten und mehr auf Martial Arts-Elemente denn auf die Ursprungshandlung...

1:51 vorm.  
Blogger LikeMike said...

Ne, der hat mich nicht wirklich interessiert. Scheint ein relativ einfach gestrickter Style over Matter Film zu sein. Also mit ner Menge Eyecandy, aber ansonsten hat er wohl nicht so viel zu bieten...

2:52 vorm.  

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